Philippe Derlien

Deszendent Ä

Falls es doch zwei gibt, dann unterscheidet sich das a in "Dann" vom e in "Denn" doch darin, dass es sich bei ersterem um eine zeitliche Abfolge, bei letzterem um eine logische Bedingung handelt. Ich schreibe, dann denke ich. Ich denke, denn ich schreibe. Eine Verkettung äußerst umständlicher Umstände. Wieder und wieder Ä, zwei und mehr Punkte oben, denn ein Deszendent folgt dem nächsten. Nachkommen qua natura, Abkömmlinge, Bastarde, Abhanden gekommenes. Eine Linie zeichnet sich zwischen dem, sich Gegenüberstehenden, denn mit irgendwem müssen wir ja sprechen. Ä, was nun?
Denn, sagt die Beziehung, tarnt die Zeit geschickt als Konsequenz, Dann handle so wie Denn es veranlagt. Auch du, mein Sohn Brutus? Dem Aszendent ist der Deszendent sein Tod, Denn (jener) wird in seinem Höhenflug doch herabgezogen zu dem, der schon hinabsteigt (descendere). Um 180 Grad gedreht, dort vorne einmal wenden bitte, denn wir können verschiedener garnicht sein. Es gibt keine Abhängigkeit, nur eine räumliche Disposition: Dann ist das Außen, das was passiert, die Fremden, außerhalb unseres süßen Gestirns, denn ist das Innere, nichts für dich! Diese Unmöglichkeit, gemeinsam in diesem kreisrunden Raum zu sein, dieses Setzen und Stellen, Verwerfen und Schieben. Ä... Aber jetzt fällt mir was ein:
Wie verdichtet sich das Papier darunter so sehr, dass es sogar als Deckel für einen Kaffeebecher taugt? Taugt es doch nicht mal für meine Karten, also darf ich mich Ihnen denn wenigstens vorstellen? Lassen Sie uns, nein, darf ich Sie bitten? Dass wir...
einen Moment gemeinsam verglühen.
Nur ganz kurz, bloß ein, zwei, drei und dann vier Jahre.
Ich sags doch, gleich fällt's mir wieder ein.